Was vor sich geht
Wäre ich reich, ginge ich morgens über gefegten Sand oder gewärmte Steine am Pool. Alle Farben ein Match: Bikinis, Sonnenschirme, Nagellacke, Blumen und Handtücher, dahinter die Schatten der Berge. Mein Gesicht in spätwinterlicher Sonne über der südkalifornischen Wüste: zusammengehalten in einem Gemälde.
Jemand brächte Getränke: gekühltes Kokosnusswasser (wie es mein Leben verändert!) und Kaffee mit Kollagen.
Trainierte mich in fliederfarbenen Sets – schwitzend, aber auf eine gute, attraktive Art.
Glättete das Triangle of Sadness, polierte mir Nägel und Zähne.
Wenn ich den Raum verließe, bliebe dunkelsüßes Blumenbouquet.
Im Haus nur gute Gerüche und saubere Flure und von fern die Kittelrücken derer, die die Toiletten putzten (not even the soap would dream of Santorini).
Ich gäbe ihnen ein gutes Trinkgeld und Weihnachten oder Neujahr ein Geschenk.
Jemand kaufte für mich ein, stapelte Schachteln aus Delikatessenläden zu Türmchen, trüge Wasserflaschen, Salate, Babymangos, Papayaschnitze.
Holte trockene, duftige Kleidung, formte mein Haar.
Stellte Sträuße auf.
Massierte mein Gesicht, den Rücken, die Füße. Wickelte meine Kinder, brächte sie zur Schule.
Fuhr mich auf’s Land für ein paar Tage.
Mähte meinen Rasen und schnitt Blumen, nahm Gemüse aus den Beeten. Harkte, kochte.
Brächte Tee in dünnen Tassen, Zitronenscheibchen.
Bücher, Magazine, Zeitungen, geschichtet vor Sonnenliegen und Chaiselongues.
Ich ging, tränke, trainierte, sprühte dunkles Blumenbouquet, betrachtete Hände und Zähne, cremte, duschte, nähme Babymangos, Papayaschnitze, Salate, wählte das Kleid des Tages, saß, sah zu, lag, winkte den Kindern, sah zu, aß, trank, las, blätterte, lag und fragte mich, was vor sich geht.
