11.23

11.23

 

 

 

 

Wir halten uns besser jetzt dem Internet fern. Als ich mich zuletzt näher heranließ, wollte ich danach für immer durch die südseegrünen, leeren Vorgärten voller Bananenstauden streifen. Ich wollte nichts mehr sehen als diese Gärten, damit ich Italien denken konnte, aber ein Kinderbuchitalien, in dem egal wäre, ob in Italien überhaupt Bananen wachsen, und ich nie gewusst hätte, dass es Meloni geben könnte. Ich liefe blind für alles sonst zwischen Orangenblüten, Palmen, Feigenbäumen und pinkem Oleander – und verflucht, es wäre keine einzige Geranie dazwischen, nicht der blumigste, pelzig-weichste Schatten einer winzigen Blüte. 

Dann würde ich mich unter die Blätter der Bananenstauden legen und den ultrakurzen Rasen unter mir vergessen, der uns Blicke und Gedanken jätet. Jemand sollte das Medikament bringen, das sie mir einmal im Krankenhaus gaben; Wolken wären dann wieder nur Wolken, Bäume nur Bäume und Himmel nur Himmel. Alle Gedanken gekämmt wie Gras, nur schöner. 

Zwischen den Feldern gingen Männer, die Schirme an ihren Rücken hielten, nicht Waffen. Aber schon Schirme wären zu viel. Bitte, Schirme, lasst mich die Waffen eurer SS-Enkel vergessen, die die Worte ihrer Großväter hervorholen.

Ich möchte, dass Katzen zu mir laufen und schnurrend um meine Beine streichen. 

Am Tennisplatz lächelt mir ein weißer Block entgegen: Sind das Zähne? Oder ein Schutz? Was auch immer Sie vorhaben: Sie schaffen es. Die Frauen auf dem Plakat werden es schaffen. Mit solchen Zähnen werden sie überall sein. 

Wie ging der Abwehrzauber von früher? Drei Zitronenkerne in einem Wasserglas: Wenn ich sie mit dem Löffel einfangen kann, ohne dass einer zurückfällt, werde ich es schaffen. Wenn ich die Linie nicht berühre. Wenn du noch einmal auf den Balkon trittst, während ich von der Straße hochsehe. 

Jetzt kommt der Abwehrzauber mit einer vietnamesischen Frau, die ihre Haare mit Rosmarin, Zwiebeln und Leinsamen wäscht. Nach ein paar schwierigen Jahren hat sie nun eine gesunde Beziehung zu ihnen. Wir sehen sie Leinsamen aufkochen, Rosmarin schneiden, das Fell ihrer Katzen kämmen. Wir sehen hinaus in den Garten, die duftigen Blumen im Hauseingang, das Klavier im Nebenzimmer. Wir sehen das Licht in den Maispflanzen und den weißen Saum ihrer luftigen Kleider. Wir sehen, wie sie Tee in kleine Schalen gibt und Limonenküchlein zubereitet. Wie sie Seife siedet und in hellblaue Stücke Lavendelblüten streut. Wir sehen sie mit Armen voller Dahlien und Sonnenblumen, mit Körben voller Zucchinis. Wir sehen sie Zweige aufhängen und um 5:30 die Fenster öffnen, damit zu Klaviermusik Luft durch alle Zimmer geht. Wir sehen sie die Betten glattstreichen und Kürbisbrot backen. Wir sehen sie zwischen Feldern radeln, bei Regen nach den Beeten schauen und die Wände horizontblau streichen. Wir sehen sie vietnamesische Nudelsuppe kochen und ein Feuer anfachen. Wir sehen den verschneiten Garten, Kerzen in den Fenstern, Katzen auf dem Klavier, bis wir ruhig einschlafen, endlich einmal.


 

© 2026

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.